30 Tage bessere
Mitarbeiterführung
Digitales Praxisprogramm
Dein Fortschritt Tag 02 von 30
Phase 1 · Erkennen

Tag 02 – Erwartungen sichtbar machen

Nur weil du weißt, was du erwartest, bedeutet das noch lange nicht, dass deine Mitarbeiter es genauso klar wissen.

FÜ · Führungsverhalten   ST · Struktur & Verbindlichkeit

Impuls des Tages

Viele Führungsprobleme beginnen nicht mit fehlender Motivation. Sie beginnen mit fehlender Klarheit.

Eine Führungskraft denkt: „Das haben wir doch besprochen.“ Der Mitarbeiter denkt: „So konkret war das für mich nicht.“

Genau an dieser Stelle entstehen Missverständnisse, unterschiedliche Qualitätsvorstellungen und Frust. Was für dich selbstverständlich erscheint, ist für einen anderen Menschen möglicherweise niemals ausdrücklich formuliert worden.

Unausgesprochene Erwartungen sind keine klaren Erwartungen.

Gute Führung setzt deshalb nicht voraus, dass Mitarbeiter Gedanken lesen können. Sie schafft Klarheit darüber, was erwartet wird, warum es wichtig ist und woran gute Leistung erkennbar ist.

Das bedeutet nicht, dass jede Aufgabe mit einer langen Anweisung versehen werden muss. Entscheidend ist etwas anderes: Bei den wichtigen Punkten darf es keinen Interpretationsspielraum darüber geben, welches Ergebnis, welche Verantwortung oder welches Verhalten erwartet wird.

Wähle einen Mitarbeiter

Wähle für diese Übung einen Mitarbeiter, bei dem du aktuell merkst, dass Erwartungen, Verantwortlichkeiten oder Zusammenarbeit nicht vollständig klar sind.

Welche Erwartungen hast du wirklich?

Formuliere deine Erwartungen so, dass jemand anderes sie verstehen und im Arbeitsalltag erkennen kann.

1 · Leistung

Welche Ergebnisse oder Qualitätsstandards erwartest du?

2 · Verantwortung

Wofür soll die Person selbstständig Verantwortung übernehmen?

3 · Zusammenarbeit

Wie soll die Person mit Kollegen und anderen Bereichen zusammenarbeiten?

4 · Kommunikation

Wann erwartest du Information, Rückmeldung oder Rücksprache?

5 · Verhalten

Welches Verhalten erwartest du gegenüber Kollegen, Kunden, Gästen oder Führungskräften?

Der Realitätscheck

Jetzt geht es nicht darum, ob diese Erwartungen sinnvoll sind. Prüfe zunächst nur, ob du sie tatsächlich klar ausgesprochen hast.

Habe ich diese Erwartungen diesem Mitarbeiter wirklich so klar vermittelt, wie ich gerade glaube?

Was wurde bereits ausdrücklich geklärt?

Mehrfachauswahl möglich. Die Auswahl dient deiner Orientierung und ist bewusst kein Pflichtfeld.

Die entscheidende Frage

Wenn ein Mitarbeiter eine Erwartung nicht erfüllt, lohnt sich vor jeder Kritik zunächst ein kurzer Realitätscheck.

War meine Erwartung wirklich klar – oder war sie nur in meinem Kopf klar?
Heute umsetzen

Führe ein Klarheitsgespräch

Wähle aus deinen heutigen Erkenntnissen eine konkrete Erwartung aus, die du mit dem Mitarbeiter klären wirst.

Das Gespräch muss nicht lang sein. Entscheidend ist, dass am Ende beide Seiten dasselbe Verständnis davon haben, was künftig erwartet wird.

Dein Auftrag für heute

Mache eine Erwartung sichtbar.

Sprich eine konkrete Erwartung aus, statt davon auszugehen, dass dein Mitarbeiter sie bereits kennt. Frage anschließend ausdrücklich, ob die Erwartung für ihn eindeutig ist.

Nach dem Gespräch

Ein gutes Klarheitsgespräch endet nicht mit: „Jetzt weißt du Bescheid.“ Es endet mit einem gemeinsamen Verständnis und einer überprüfbaren Vereinbarung.

Tagesabschluss

Was nimmst du aus Tag 02 mit?

Nach oben scrollen