Tag 03 – Deine Führungswirkung erkennen
Du weißt, wie du führen möchtest. Heute findest du heraus, wie deine Führung bei einem Mitarbeiter tatsächlich ankommt.
Impuls des Tages
Führung findet nicht nur in deinem Kopf statt. Sie entsteht in der Wirkung auf andere Menschen.
Du kannst überzeugt sein, klar zu kommunizieren, erreichbar zu sein oder deinen Mitarbeitern genügend Freiraum zu geben. Trotzdem kann dein Gegenüber dieselbe Situation völlig anders erleben.
Genau deshalb ist Selbstreflexion wichtig – aber sie reicht allein nicht aus. Wer seine Führungswirkung wirklich verstehen will, muss gelegentlich die Perspektive wechseln.
Heute brauchst du keine große Mitarbeiterbefragung und kein kompliziertes Feedbacksystem. Du brauchst ein ehrliches Gespräch mit einer Person, deren Wahrnehmung für dich relevant ist.
Die eigentliche Herausforderung besteht dabei nicht darin, die richtige Frage zu stellen. Sie besteht darin, die Antwort auszuhalten, ohne sie sofort zu erklären, zu relativieren oder zu verteidigen.
Wähle eine Person
Wähle einen Mitarbeiter, mit dem du regelmäßig zusammenarbeitest und dessen Sicht auf deine Führung für dich relevant ist.
Es muss nicht der kritischste Mitarbeiter sein. Aber es sollte jemand sein, von dem du eine ernsthafte Rückmeldung erwarten kannst.
Bevor du fragst
Halte zuerst deine eigene Einschätzung fest. So kannst du später erkennen, wo Selbstbild und Fremdbild übereinstimmen und wo sie auseinanderliegen.
Die eine Frage
Halte das Gespräch bewusst einfach. Kein langer Einstieg. Keine Verteidigungsrede. Keine Erklärung darüber, warum bestimmte Dinge bisher nicht anders möglich waren.
Danach gilt eine einfache Regel: Zuhören.
Stelle Verständnisfragen, wenn etwas unklar ist. Aber vermeide Gegenargumente, Rechtfertigungen oder ein sofortiges „Ja, aber …“.
Bedanke dich für die Rückmeldung. Du musst im Gespräch noch keine Lösung versprechen.
Was hat dein Mitarbeiter gesagt?
Wie hast du auf das Feedback reagiert?
Diese Auswahl dient deiner Selbstbeobachtung. Es gibt hier keine perfekte Antwort.
Die unangenehme Stelle
Nicht jedes Feedback ist automatisch richtig. Wahrnehmung ist subjektiv. Trotzdem enthält jede ernst gemeinte Rückmeldung Informationen darüber, wie dein Verhalten beim anderen ankommt.
Verändere eine Sache
Du musst heute nicht deine gesamte Führung verändern. Entscheide dich für genau einen Punkt, den du aus dem Gespräch ableitest.
Die Veränderung sollte so konkret sein, dass dein Mitarbeiter sie später tatsächlich bemerken kann.
Zuhören. Verstehen. Eine Sache verändern.
Hole dir eine konkrete Rückmeldung, widerstehe dem Reflex zur Rechtfertigung und entscheide anschließend, welche sichtbare Veränderung du daraus ableitest.