Tag 07 – Dein Führungs-Reset
Eine Woche lang hast du genauer hingeschaut. Heute geht es nicht um eine weitere Analyse, sondern darum, zu erkennen, welches Bild sich aus den ersten sechs Tagen ergibt.
Impuls des Tages
Sechs Tage lang hast du deine Führung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.
Du hast auf Erwartungen geschaut, dir eine Rückmeldung zu deiner Wirkung geholt, Frühwarnsignale betrachtet, Führungsaufgaben hinterfragt und deinen eigenen Anteil an Problemen untersucht.
Dabei geht es nicht darum, nach einer Woche plötzlich „perfekt“ zu führen. Das wäre weder realistisch noch notwendig.
Gute Entwicklung beginnt meistens nicht mit einer großen Veränderung. Sie beginnt mit einem präziseren Blick darauf, was bereits funktioniert, was dich bremst und wo du selbst Einfluss nehmen kannst.
Deshalb ist Tag 07 kein weiterer normaler Arbeitstag. Er ist dein erster Zwischenstopp.
Was dir die ersten sechs Tage gezeigt haben
Gehe die bisherigen Themen noch einmal gedanklich durch. Suche dabei nicht nach möglichst vielen Erkenntnissen, sondern nach jenen Punkten, die für deine Führung wirklich relevant sind.
Wo liegen deine stärksten Bereiche und wo besteht der größte Entwicklungsbedarf?
Wo hast du bisher vorausgesetzt, dass Mitarbeiter wissen, was du eigentlich erwartest?
Wo unterscheidet sich deine Absicht möglicherweise von deiner tatsächlichen Wirkung?
Welche Veränderungen bei Mitarbeitern möchtest du künftig früher wahrnehmen?
Welche Führungsaufgaben werden vom Tagesgeschäft zu leicht verdrängt?
Welches Verhalten ermöglichst, verstärkst oder duldest du möglicherweise selbst?
Was spiegelt dir diese Woche?
Schau jetzt nicht mehr auf einzelne Tage. Suche nach dem Muster dahinter.
Vielleicht tauchte mehrfach das Thema Klarheit auf. Vielleicht Konsequenz. Vielleicht Kommunikation, Aufschieben, fehlende Gespräche oder die Tendenz, zu viel selbst zu übernehmen.
Deine drei wichtigsten Erkenntnisse
Reduziere die erste Phase jetzt auf drei Erkenntnisse. Das zwingt dich dazu, Wichtiges von Interessantem zu unterscheiden.
Dein Führungs-Reset
Ein Reset bedeutet nicht, alles bisherige über Bord zu werfen.
Du entscheidest bewusst, welches Verhalten endet, welches beginnt und was du unbedingt beibehalten willst.
Was willst du nicht länger tun, dulden oder aufschieben?
Welches neue Verhalten willst du bewusst beginnen?
Was funktioniert bereits und soll unbedingt bleiben?
Deine drei Führungsregeln
Aus Erkenntnissen müssen Regeln für den Alltag werden. Formuliere deshalb drei konkrete Grundsätze, an denen du dein eigenes Verhalten in den kommenden Wochen messen kannst.
Vermeide allgemeine Vorsätze wie „Ich möchte besser führen.“
Eine gute Regel ist so konkret, dass du später eindeutig sagen kannst: eingehalten oder nicht eingehalten.
Mach deine drei Regeln sichtbar.
Übertrage sie zusätzlich an einen Ort, den du regelmäßig siehst: in deinen Kalender, dein Notizbuch, deine Aufgabenliste oder an deinen Arbeitsplatz. Sie sollen im Alltag sichtbar bleiben.
Deine Regel für stressige Tage
Führung zeigt sich besonders dann, wenn es hektisch wird.
Genau an solchen Tagen fallen gute Vorsätze am schnellsten dem Tagesgeschäft zum Opfer.
Dein Ergebnis nach sieben Tagen
Fasse zum Abschluss nicht noch einmal jeden einzelnen Tag zusammen. Halte stattdessen fest, welches Bild du heute von deiner Führung hast.
Mach den Reset verbindlich
Ein Phasenabschluss soll nicht nur gut klingen. Beende diese Woche deshalb mit einer konkreten Handlung.
Du hast erkannt. Jetzt wird verändert.
Die ersten sieben Tage haben dir gezeigt, wo deine Führung heute steht, welche Muster dich bremsen und an welchen Stellen du selbst Einfluss nehmen kannst.
Ab Tag 08 verschiebt sich der Schwerpunkt. Weniger Analyse. Mehr konkrete Veränderung im Führungsalltag.
Du arbeitest an Klarheit, Feedback, Anerkennung, schwierigen Gesprächen, Verantwortung, Konflikten und Konsequenz.
Der erste Schritt in Phase 2 lautet: Klarheit schaffen.