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Phase 3 · Verankern

Tag 20 – Leistung sichtbar machen

Gute Leistung darf nicht nur ein Gefühl sein. Heute machst du sichtbar, woran Leistung in einer konkreten Rolle erkannt wird – damit Erwartungen, Rückmeldung und Entwicklung klarer werden.

Phase 3 · Verankern Leistung braucht einen gemeinsamen Maßstab.

Gestern hast du geklärt, wie neue Mitarbeiter mit Orientierung, klaren Erwartungen und Begleitung starten. Heute gehst du einen Schritt weiter: Du machst sichtbar, woran gute Leistung im laufenden Alltag konkret erkannt wird.

FÜ · Führungsverhalten   MB · Mitarbeiterbindung

Impuls des Tages

„Er weiß doch, was gute Arbeit ist.“

Genau dieser Gedanke führt in vielen Teams zu unnötiger Unklarheit.

Führungskraft und Mitarbeiter verwenden vielleicht dieselben Begriffe – verstehen darunter aber etwas anderes.

„Guter Service“, „Verantwortung übernehmen“, „professionell arbeiten“, „mitdenken“ oder „zuverlässig sein“ klingen eindeutig.

Sind sie aber nicht, solange nicht klar ist, welches konkrete Verhalten dahintersteht.

Leistung wird erst führbar, wenn Mitarbeiter wissen, woran gute Leistung konkret erkannt wird.

Das bedeutet nicht, Menschen permanent zu messen.

Es bedeutet, Erwartungen so konkret zu machen, dass Mitarbeiter selbst einschätzen können, was bereits gut funktioniert und wo Entwicklung notwendig ist.

Wessen Leistung machst du heute sichtbar?

Wähle einen realen Mitarbeiter oder eine konkrete Rolle. Es muss nicht der schwächste Mitarbeiter sein.

Bewertung oder beobachtbare Leistung?

Aussagen wie „Er ist engagiert“ oder „Sie übernimmt zu wenig Verantwortung“ sind Bewertungen.

Für Führung sind beobachtbare Merkmale hilfreicher.

Bewertung

„Er ist unzuverlässig.“

„Sie ist nicht serviceorientiert.“

„Er denkt nicht mit.“

Beobachtbar

„Drei vereinbarte Termine wurden nicht eingehalten.“

„Bei Beschwerden fragt sie nicht nach einer Lösung.“

„Bei Problemen wartet er auf Anweisung.“

Die BND-Leistungsformel

Gute Leistung wird klarer, wenn du drei Ebenen unterscheidest.

1
ERGEBNIS

Welches Ergebnis soll in dieser Rolle entstehen?

2
VERHALTEN

Welches konkrete Verhalten führt zu diesem Ergebnis?

3
VERANTWORTUNG

Was soll der Mitarbeiter selbstständig erkennen, entscheiden oder übernehmen?

Drei Merkmale guter Leistung

Versuche nicht, heute die gesamte Stellenbeschreibung neu zu schreiben.

Konzentriere dich auf drei Merkmale, die für diese Rolle besonders wichtig sind.

Wenige klare Leistungskriterien sind hilfreicher als viele allgemeine Erwartungen.

Kennt der Mitarbeiter diesen Maßstab?

Eine Erwartung, die nur im Kopf der Führungskraft existiert, kann vom Mitarbeiter nicht zuverlässig erfüllt werden.

Leistung sichtbar machen heißt auch: Gutes benennen

Wenn Leistung nur dann Thema wird, wenn sie nicht reicht, entsteht ein verzerrtes Bild.

Mitarbeiter müssen auch wissen, was sie bereits richtig machen.

Gute Leistung braucht nicht nur Korrektur. Sie braucht auch Bestätigung.

Wo besteht eine echte Leistungslücke?

Eine Leistungslücke ist nicht einfach: „Ich bin unzufrieden.“

Sie ist der konkrete Unterschied zwischen erwartetem und tatsächlich beobachtetem Verhalten oder Ergebnis.

Nicht jede Leistungslücke hat dieselbe Ursache

Bevor du Maßnahmen festlegst, musst du verstehen, warum eine Leistung nicht wie erwartet entsteht.

1
KLARHEIT

Weiß der Mitarbeiter wirklich, was erwartet wird?

2
KÖNNEN

Verfügt er über Wissen, Erfahrung und Fähigkeit?

3
WOLLEN

Setzt er die bekannte Erwartung auch tatsächlich um?

Leistung gemeinsam besprechen

Das Gespräch muss kein großes Beurteilungsgespräch sein.

Entscheidend ist, dass der Mitarbeiter den Maßstab versteht und seine eigene Sicht einbringen kann.

„Ich möchte mit dir klären, woran wir in deiner Rolle gute Leistung konkret erkennen, was bereits sehr gut funktioniert und wo wir gemeinsam noch einen Schritt weiterkommen können.“
Heute umsetzen

Führe das Leistungsgespräch

Dein Auftrag für heute

Sichtbar machen. Abgleichen. Weiterentwickeln.

Besprich mit dem ausgewählten Mitarbeiter die drei konkreten Leistungsmerkmale. Frage nach seiner eigenen Einschätzung, benenne gute Leistung und vereinbare einen konkreten nächsten Entwicklungsschritt.

Nach dem Gespräch

Leistung sichtbar machen heißt nicht, Menschen festzulegen

Ein Mitarbeiter ist nicht „der Gute“, „die Schwache“ oder „der Unzuverlässige“.

Solche Etiketten machen Führung bequem, aber Entwicklung schwierig.

Beurteile konkrete Leistung und Verhalten – nicht den Wert der Person.

Leistung gehört regelmäßig ins Gespräch

Wenn Leistung nur einmal im Jahr oder erst bei Problemen besprochen wird, verlieren Mitarbeiter Orientierung.

Nutze deine Führungsroutine aus Tag 16 und Tag 18, um Leistung regelmäßig kurz sichtbar zu machen.

Leistungsgespräche funktionieren besser, wenn sie keine Überraschung enthalten.

Leistung ist mehr als eine Kennzahl

Zahlen können wichtige Orientierung geben. Aber nicht jede gute Führungsleistung lässt sich sinnvoll auf eine Zahl reduzieren.

Besonders in serviceintensiven Betrieben gehören auch Verhalten, Zusammenarbeit, Verantwortungsübernahme, Qualität und der Umgang mit Gästen oder Kunden zur Leistung.

Dein einfacher Leistungsmaßstab

Deine Leistungsregel

Gute Leistung wird nicht vorausgesetzt. Sie wird klar beschrieben, wahrgenommen und regelmäßig besprochen.
Tagesabschluss

Was nimmst du aus Tag 20 mit?

Morgen · Tag 21

Frühwarnsystem installieren

Heute hast du Leistung sichtbar und dadurch besprechbar gemacht.

Morgen geht es um Veränderungen, die häufig noch früher sichtbar werden: Rückzug, sinkendes Engagement, veränderte Stimmung, zunehmende Distanz oder kleine Veränderungen im Verhalten.

Du entwickelst daraus ein einfaches Frühwarnsystem, damit du nicht erst reagierst, wenn ein guter Mitarbeiter bereits innerlich gegangen ist.

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