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Mitarbeiterführung
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Dein Fortschritt Tag 28 von 30
Phase 4 · Verstetigen

Tag 28 – Dein Führungsversprechen

Deine Führungsstandards beschreiben, wie du handeln willst. Heute gehst du einen Schritt tiefer: Du formulierst, wofür du als Führungskraft stehen möchtest und worauf sich deine Mitarbeiter bei dir verlassen können.

Phase 4 · Verstetigen Aus Standards wird Haltung.

Gestern hast du drei persönliche Führungsstandards formuliert. Sie geben dir Orientierung für dein tägliches Verhalten. Heute verbindest du diese Standards mit deiner Haltung als Führungskraft: Was dürfen Menschen grundsätzlich von dir erwarten?

KU · Kultur & Zusammenarbeit   FÜ · Führungsverhalten

Impuls des Tages

Führung wird nicht dadurch glaubwürdig, dass eine Führungskraft die richtigen Begriffe kennt.

Sie wird glaubwürdig, wenn Mitarbeiter über längere Zeit erleben, dass Worte und Verhalten zusammenpassen.

Respekt. Klarheit. Fairness. Verantwortung. Vertrauen. Verlässlichkeit.

All diese Begriffe sind schnell ausgesprochen.

Ihre eigentliche Bedeutung entsteht erst im Alltag.

Ein Führungsversprechen ist kein schöner Satz. Es ist eine freiwillige Verpflichtung, an der dein Verhalten gemessen werden darf.

Deshalb geht es heute nicht darum, einen möglichst beeindruckenden Leitsatz zu schreiben.

Dein Führungsversprechen muss zu dir passen. Und du musst bereit sein, es tatsächlich zu leben.

Was ist ein Führungsversprechen?

Ein Führungsversprechen beschreibt, worauf sich Mitarbeiter in der Zusammenarbeit mit dir grundsätzlich verlassen können sollen.

1
HALTUNG

Wie möchte ich Menschen grundsätzlich begegnen?

2
VERHALTEN

Wie wird diese Haltung im Alltag sichtbar?

3
VERLÄSSLICHKEIT

Worauf dürfen sich Mitarbeiter bei mir verlassen?

Kein Unternehmensleitbild. Kein Marketingtext.

Dein Führungsversprechen soll nicht besonders groß klingen.

Es soll besonders glaubwürdig sein.

Klingt gut

„Ich begegne allen Menschen jederzeit auf Augenhöhe und schaffe ein Umfeld maximaler Wertschätzung.“

Ist überprüfbar

„Ich sage klar, was ich erwarte, höre die Sicht meiner Mitarbeiter an und spreche Probleme respektvoll an.“

Je größer das Versprechen, desto größer die Gefahr, dass der Alltag es widerlegt.

Was sollen Mitarbeiter bei dir erleben?

Nutze deine drei Führungsstandards

Dein Führungsversprechen darf nicht getrennt von deinen Standards entstehen.

Es soll die gemeinsame Haltung hinter ihnen sichtbar machen.

Die BND-Versprechensformel

1
ICH STEHE FÜR

Welche Haltung soll meine Führung prägen?

2
DU KANNST ERWARTEN

Was dürfen Mitarbeiter konkret von mir erwarten?

3
AUCH WENN ES SCHWIERIG WIRD

Was gilt auch bei Konflikten, Fehlern und Leistungsproblemen?

Respekt zeigt sich besonders in schwierigen Situationen

Respekt ist leicht, wenn alles gut läuft.

Entscheidend ist, wie du reagierst, wenn jemand einen Fehler macht, widerspricht, Erwartungen nicht erfüllt oder einen Konflikt auslöst.

Gute Führung trennt Klarheit und Konsequenz nicht von Respekt.

Was bedeutet Fairness in deiner Führung?

Fairness bedeutet nicht, alle Menschen immer gleich zu behandeln.

Aufgaben, Erfahrung, Verantwortung und individuelle Situationen können unterschiedlich sein.

Aber Regeln, Entscheidungen und Erwartungen müssen nachvollziehbar bleiben.

Was dürfen Mitarbeiter von deiner Klarheit erwarten?

Mitarbeiter sollten nicht raten müssen, ob etwas wichtig ist, ob du zufrieden bist oder welche Erwartung gerade gilt.

Was dürfen Mitarbeiter von deiner Verlässlichkeit erwarten?

Führung wird berechenbar, wenn Mitarbeiter erleben, dass Zusagen, Standards und grundlegende Verhaltensweisen nicht ständig wechseln.

Was solltest du nicht versprechen?

Ein glaubwürdiges Führungsversprechen enthält keine Dinge, die du nicht kontrollieren kannst.

Nicht versprechen

„Bei mir gibt es nie Konflikte.“

„Ich werde immer Zeit haben.“

„Ich kann jeden Wunsch erfüllen.“

„Ich werde nie eine falsche Entscheidung treffen.“

Stattdessen versprechen

„Ich spreche Konflikte an.“

„Ich sage ehrlich, wenn etwas gerade nicht möglich ist.“

„Ich höre Erwartungen an und gebe eine klare Rückmeldung.“

„Ich korrigiere Entscheidungen, wenn ich einen Fehler erkenne.“

Versprich Verhalten, nicht Perfektion.

Formuliere deine erste Fassung

Schreibe zunächst frei.

Noch nicht perfekt. Noch nicht besonders kurz.

Prüfe dein Führungsversprechen

1
GLAUBWÜRDIG

Bin ich bereit, mich selbst daran messen zu lassen?

2
KONKRET

Wird daraus tatsächliches Verhalten erkennbar?

3
ALLTAGSTAUGLICH

Kann ich es auch an schwierigen Tagen einhalten?

Dein finales Führungsversprechen

Verdichte deine Gedanken jetzt auf wenige Sätze.

Dein Führungsversprechen sollte so formuliert sein, dass du es selbst regelmäßig lesen und als persönliche Orientierung nutzen kannst.

Lies dein Versprechen aus Sicht eines Mitarbeiters

Stell dir vor, ein Mitarbeiter liest diesen Satz und arbeitet seit zwei Jahren mit dir zusammen.

Würde er sagen: „Ja, das erlebe ich tatsächlich“?

Dein Versprechen braucht Verhalten

Ein Führungsversprechen verändert noch nichts.

Erst wiederholtes Verhalten macht es glaubwürdig.

Mitarbeiter glauben nicht, was auf einem Blatt steht. Sie glauben, was sie regelmäßig erleben.
Heute umsetzen

Mache dein Führungsversprechen sichtbar

Dein Auftrag für heute

Formulieren. Platzieren. Danach handeln.

Lege dein finales Führungsversprechen heute an einem Ort ab, an dem du es regelmäßig siehst. Verbinde es mit deinen drei Führungsstandards und nutze beides künftig als persönlichen Führungsrahmen.

Du musst dein Führungsversprechen nicht groß verkünden

Ein Führungsversprechen muss nicht als Poster im Betrieb hängen.

Du kannst es zunächst als persönliche Verpflichtung nutzen.

Wenn du es später mit Mitarbeitern teilst, sollte dies nicht wie eine Ankündigung wirken, sondern wie eine Einladung, dich an deinem Verhalten zu messen.

Wenn du es mit deinem Team teilst

Dann erkläre nicht, wie gut du künftig führen wirst.

Erkläre, woran du arbeiten möchtest und woran Mitarbeiter dich erinnern dürfen.

„Das ist der Anspruch, an dem ich meine eigene Führung künftig stärker messen möchte.“

Prüfe regelmäßig: Lebe ich mein eigenes Versprechen?

Dein Führungsversprechen eignet sich hervorragend als kurze persönliche Kontrollfrage.

„Haben meine Mitarbeiter diese Woche erlebt, was ich ihnen als Führungskraft versprochen habe?“
Tagesabschluss

Was nimmst du aus Tag 28 mit?

Morgen · Tag 29

Der zweite Führungscheck

Heute hast du deinen persönlichen Führungsrahmen vervollständigt: drei Führungsstandards und ein Führungsversprechen.

Morgen geht es nicht mehr nur um dein Gefühl.

Du wiederholst den Führungscheck vom Beginn des Programms und vergleichst deine heutige Einschätzung mit deinem Ausgangspunkt.

So wird sichtbar, wo sich deine Führung entwickelt hat und welche Bereiche auch nach den 30 Tagen weiter Aufmerksamkeit brauchen.

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