Tag 05 – Wo Führung liegen bleibt
Führung scheitert selten daran, dass Führungskräfte nicht wissen, was wichtig wäre. Sie scheitert viel häufiger daran, dass Wichtiges im Tagesgeschäft nicht passiert.
Impuls des Tages
Im Tagesgeschäft gewinnt fast immer das Dringende. Ein Kunde wartet. Ein Mitarbeiter fällt aus. Eine Reklamation muss gelöst werden. Eine Entscheidung wird gebraucht.
Führung dagegen wirkt oft nicht dringend. Das Mitarbeitergespräch kann auch morgen stattfinden. Die Vereinbarung kann nächste Woche kontrolliert werden. Das Teammeeting lässt sich noch einmal verschieben.
Genau hier entsteht ein gefährliches Muster: Führungsaufgaben werden nicht bewusst gestrichen – sie werden immer wieder verschoben.
Das Problem ist deshalb häufig nicht fehlender Wille. Es fehlt an Struktur und Verbindlichkeit.
Wenn Gespräche nur stattfinden, wenn gerade Zeit dafür ist, wenn Vereinbarungen nicht nachgehalten werden und wenn Standards nur dann kontrolliert werden, wenn etwas schiefgeht, wird Führung reaktiv.
Heute geht es deshalb nicht darum, noch mehr Führungsaufgaben zu schaffen. Es geht darum herauszufinden, welche wichtigen Dinge bei dir regelmäßig liegen bleiben.
Was bleibt bei dir liegen?
Denke an die vergangenen vier Wochen. Welche Führungsaufgaben wolltest du eigentlich erledigen, hast sie aber verschoben, vergessen oder nur teilweise umgesetzt?
Mehrfachauswahl möglich. Diese Auswahl dient deiner Orientierung und ist bewusst freiwillig.
Mach es konkret
Allgemeine Aussagen wie „Ich müsste mehr führen“ helfen dir nicht weiter.
Nimm eine konkrete Situation, in der eine Führungsaufgabe liegen geblieben ist.
Warum bleibt es liegen?
„Keine Zeit“ ist häufig die erste Antwort. Sie erklärt aber noch nicht, warum bestimmte Aufgaben immer wieder verdrängt werden.
Prüfe deshalb genauer, welches Muster tatsächlich dahinterliegt.
Die Aufgabe hat keinen verbindlichen Platz in deinem Kalender oder Arbeitsrhythmus.
Du schiebst die Aufgabe auf, weil ein Gespräch oder eine Entscheidung unangenehm ist.
Operative Themen verdrängen Führung, sobald Druck entsteht.
Es gibt keinen festen Zeitpunkt, an dem offene Vereinbarungen wieder auftauchen.
Was kostet dich das Verschieben?
Eine verschobene Führungsaufgabe verschwindet nicht. Meist taucht sie später als größeres Problem wieder auf.
Die entscheidende Frage
Baue eine verbindliche Führungsroutine
Gute Vorsätze reichen nicht. Gib der ausgewählten Führungsaufgabe einen konkreten Zeitpunkt, einen Rhythmus und eine klare Durchführung.
Trag die Routine jetzt verbindlich ein.
Lass es nicht bei dieser Übung. Trage den ersten Termin direkt in deinen Kalender ein und – wenn die Aufgabe wiederkehrend ist – richte einen festen Serientermin ein.
Schütze die Routine vor dem Tagesgeschäft
Eine Routine ist erst dann belastbar, wenn sie auch an stressigen Tagen eine Chance hat.