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Mitarbeiterführung
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Dein Fortschritt Tag 13 von 30
Phase 2 · Verändern

Tag 13 – Fehler richtig behandeln

Fehler brauchen Verantwortung, aber nicht automatisch einen Schuldigen. Heute lernst du, einen konkreten Fehler so zu bearbeiten, dass daraus Klarheit und Verbesserung entstehen.

Phase 2 · Verändern Fehler zeigen, wo Führung konkret werden muss.

Gestern hast du Verantwortung bewusst beim Mitarbeiter gelassen. Heute geht es um den Moment, in dem Verantwortung besonders sichtbar wird: wenn etwas nicht funktioniert hat.

KU · Kultur & Zusammenarbeit

Impuls des Tages

Ein Fehler passiert. Eine Bestellung wird vergessen. Ein Gast oder Kunde erhält eine falsche Information. Ein Termin wird versäumt. Eine Aufgabe bleibt unerledigt. Ein Standard wird nicht eingehalten.

In solchen Situationen entscheidet die erste Reaktion der Führungskraft häufig darüber, wie offen das Team künftig mit Fehlern umgeht.

Wer sofort fragt: „Wer war das?“ bekommt häufig Rechtfertigung, Schweigen oder gegenseitige Schuldzuweisung.

Wer Fehler dagegen grundsätzlich relativiert, erzeugt ein anderes Problem: Verantwortung verliert ihre Bedeutung.

Gute Fehlerkultur bedeutet nicht: Fehler sind egal. Sie bedeutet: Fehler werden offen geklärt, Verantwortung wird übernommen und Wiederholung wird verhindert.

Genau das trainierst du heute.

Wähle einen realen Fehler

Nutze keinen theoretischen Fall. Wähle einen Fehler oder eine Abweichung, die in deinem Betrieb tatsächlich passiert ist.

Wie reagierst du normalerweise?

Fehler lösen häufig auch bei Führungskräften sofort eine Reaktion aus: Ärger, Enttäuschung, Stress oder den Wunsch, schnell jemanden verantwortlich zu machen.

Schuldige suchen oder Ursache verstehen?

Schuldfrage

„Wer hat das verbockt?“

„Warum hast du das wieder falsch gemacht?“

„Wie kann so etwas passieren?“

Ursachenfrage

„Was genau ist passiert?“

„An welcher Stelle ist es anders gelaufen als geplant?“

„Was müssen wir verändern, damit das nicht wieder passiert?“

Die Person kann Verantwortung tragen. Trotzdem musst du verstehen, warum der Fehler möglich wurde.

Trenne Tatsache und Bewertung

Auch bei Fehlern hilft dieselbe Disziplin, die du bereits beim Feedback trainiert hast: Beschreibe zuerst, was tatsächlich passiert ist.

Die BND-Fehlerformel

Bearbeite Fehler künftig in drei Schritten.

1
WAS?

Was ist konkret passiert? Ohne Bewertung, Vermutung oder Schuldzuweisung.

2
WARUM?

Welche Ursache oder welche Bedingungen haben den Fehler ermöglicht?

3
KÜNFTIG?

Was wird konkret verändert, damit derselbe Fehler nicht erneut entsteht?

Prüfe die Ursache genauer

Nicht jeder Fehler hat dieselbe Ursache. Deshalb hilft die pauschale Aussage „Der Mitarbeiter muss besser aufpassen“ oft wenig.

Prüfe, was tatsächlich hinter dem Fehler liegen könnte.

Verantwortung bleibt Verantwortung

Ursachenanalyse darf nicht dazu führen, dass persönliche Verantwortung verschwindet.

Wenn ein Mitarbeiter eine klare Vereinbarung kannte, ausreichend geschult war und bewusst anders gehandelt hat, muss auch das angesprochen werden.

Fehler verstehen heißt nicht, Verantwortung wegzuerklären.

So eröffnest du das Fehlergespräch

Das Ziel ist nicht, den Mitarbeiter möglichst schnell zu einer Entschuldigung zu bringen.

Das Ziel ist, den Vorgang zu verstehen und Verantwortung für die Verbesserung herzustellen.

„Ich möchte mit dir klären, was genau passiert ist, warum es dazu gekommen ist und was wir verändern müssen, damit es nicht wieder passiert.“
Heute umsetzen

Führe das Fehlergespräch

Nutze heute den realen Fehler, den du ausgewählt hast.

Dein Auftrag für heute

Klären. Verstehen. Verbessern.

Frage zuerst, was konkret passiert ist. Kläre anschließend die Ursache. Trenne persönliche Verantwortung von strukturellen Ursachen und vereinbare am Ende, was künftig konkret anders läuft.

Nach dem Gespräch

Was muss der Betrieb daraus lernen?

Ein Fehler ist besonders teuer, wenn nach seiner Klärung alles genauso weiterläuft wie vorher.

Ein geklärter Fehler sollte mindestens eine konkrete Verbesserung hinterlassen.

Können Mitarbeiter dir Fehler früh sagen?

Je früher ein Fehler sichtbar wird, desto häufiger lässt sich seine Wirkung begrenzen.

Deshalb ist eine entscheidende Führungsfrage: Werden Fehler in deinem Team früh angesprochen oder möglichst lange versteckt?

Deine Fehlerregel

Nicht zuerst fragen: „Wer war schuld?“ Sondern: „Was ist passiert – und was verändern wir jetzt?“
Tagesabschluss

Was nimmst du aus Tag 13 mit?

Morgen · Tag 14

Konflikte nicht liegen lassen

Ein einzelner Fehler lässt sich klären. Schwieriger wird es, wenn Spannungen zwischen Menschen über längere Zeit bestehen bleiben.

Morgen geht es deshalb darum, Konflikte früher zu erkennen, konkret anzusprechen und nicht so lange laufen zu lassen, bis Zusammenarbeit und Leistung darunter leiden.

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