Tag 27 – Deine drei Führungsstandards
Du hast entschieden, was bleiben, aufhören und beginnen soll. Heute verdichtest du diese Entscheidungen zu drei klaren Führungsstandards, die künftig Orientierung für dein eigenes Verhalten geben.
Tag 24 hat geklärt, was bleiben soll. Tag 25 hat sichtbar gemacht, welches alte Verhalten aufhören muss. Tag 26 hat eine neue Gewohnheit definiert. Heute verdichtest du diese Entscheidungen zu drei Führungsstandards, die dir langfristig Orientierung geben.
Impuls des Tages
Führung besteht jeden Tag aus vielen kleinen Entscheidungen.
Wann spreche ich etwas an? Wie reagiere ich auf einen Fehler? Wie klar formuliere ich Erwartungen? Wie gehe ich mit Widerstand um? Wie konsequent halte ich Vereinbarungen nach?
In solchen Situationen hilft es, nicht jedes Mal neu entscheiden zu müssen, wie du führen möchtest.
Gute Standards sind keine schönen Leitsätze für die Wand.
Sie sind konkrete Orientierung für dein tatsächliches Verhalten.
Deshalb entwickelst du heute nicht zehn Führungsprinzipien.
Du konzentrierst dich auf drei.
Was macht einen guten Führungsstandard aus?
Ein Führungsstandard muss dir in einer konkreten Situation helfen.
Dafür braucht er drei Eigenschaften.
Der Satz ist eindeutig und nicht beliebig interpretierbar.
Mitarbeiter können erleben, ob du danach handelst.
Du kannst selbst erkennen, ob du den Standard eingehalten hast.
Leitsatz oder echter Führungsstandard?
„Ich führe wertschätzend.“
„Ich kommuniziere gut.“
„Ich gebe meinen Mitarbeitern Verantwortung.“
„Mir ist Fairness wichtig.“
„Ich spreche Probleme zeitnah und respektvoll an.“
„Ich erkläre wichtige Entscheidungen und Erwartungen klar.“
„Ich frage zuerst nach dem Lösungsvorschlag des Mitarbeiters.“
„Vereinbarte Regeln gelten unabhängig von Person und Tagesform.“
Nutze deine Entscheidungen aus Tag 24 bis 26
Deine drei Standards sollen nicht aus dem Nichts entstehen.
Nutze die Entscheidungen, die du bereits getroffen hast.
Die BND-Standardformel
Jeder deiner drei Standards beantwortet drei einfache Fragen.
Was tue ich konkret?
Wann muss dieser Standard besonders gelten?
Was sollen Mitarbeiter dadurch zuverlässig erleben?
Führungsstandard 1
Beginne mit dem Führungsverhalten, das für dich künftig die höchste Priorität haben soll.
Führungsstandard 2
Dein zweiter Standard sollte einen weiteren wichtigen Bereich deiner täglichen Führung absichern.
Führungsstandard 3
Der dritte Standard vervollständigt deinen persönlichen Rahmen.
Prüfe deine drei Standards
Lies jeden deiner drei Sätze noch einmal.
Ein guter Führungsstandard beantwortet diese drei Fragen mit Ja:
Ist eindeutig beschrieben, welches Verhalten erwartet wird?
Würden Mitarbeiter erkennen, ob ich danach handle?
Kann ich ihn auch unter Zeitdruck und in schwierigen Situationen einhalten?
Verbessert er tatsächlich meine Führung und Zusammenarbeit?
Deine Standards müssen gerade unter Druck gelten
Ein Führungsstandard ist besonders dann wertvoll, wenn die Situation schwierig wird.
Genau dort, wo alte Muster normalerweise zurückkommen, soll er dir Orientierung geben.
Führungsstandards prägen Kultur
Deine persönlichen Standards betreffen nicht nur dich.
Wiederholtes Führungsverhalten wird für Mitarbeiter irgendwann berechenbar.
Genau daraus entsteht ein Teil der tatsächlich gelebten Führungskultur.
Mache deine drei Standards verbindlich
Formulieren. Sichtbar machen. Anwenden.
Schreibe deine drei finalen Führungsstandards an einen Ort, an dem du sie regelmäßig siehst. Nutze sie ab heute bewusst als Entscheidungshilfe in deinem Führungsalltag.
Deine drei finalen Führungsstandards
Woran merkst du, ob du danach führst?
Standards brauchen keine komplizierte Messung.
Eine kurze regelmäßige Selbstprüfung reicht.
Standards dürfen sich entwickeln
Deine drei Standards sind kein endgültiges Regelwerk für die nächsten zehn Jahre.
Sie beschreiben, welche Führung du jetzt bewusst verankern möchtest.
Mit Erfahrung, neuen Aufgaben und veränderten Teams können sie später weiterentwickelt werden.
Was nimmst du aus Tag 27 mit?
Dein Führungsversprechen
Heute hast du drei persönliche Führungsstandards formuliert, die dein tägliches Verhalten künftig leiten sollen.
Morgen gehst du einen Schritt weiter.
Du verdichtest deine Haltung gegenüber deinen Mitarbeitern zu einem persönlichen Führungsversprechen: Wofür möchtest du als Führungskraft stehen – und worauf sollen sich Menschen bei dir verlassen können?